Spotmarkt oder Fixpreis Strom? So verkaufen Sie richtig

Die Zeiten, in denen man für eingespeisten Solarstrom automatisch hohe Summen bekam, sind vorbei. Der Energiemarkt ist volatil geworden. PV-Anlagenbesitzer stehen heute vor der entscheidenden Frage: Soll ich auf Spotmarkt oder Fixpreis Strom setzen, um meine Erträge zu sichern? Wir machen den Vergleich.


Die Ausgangslage: Warum die Einspeisevergütung schwankt

Noch vor wenigen Jahren war die Situation simpel: Man speiste ein, und der Netzbetreiber zahlte einen festen Tarif. Doch durch die Energiekrise und den massiven Ausbau von Photovoltaik hat sich das Blatt gewendet. An sonnigen Tagen wird mittlerweile so viel Energie produziert, dass die Netze voll sind.

Das führt zu einem Phänomen, das viele Anlagenbetreiber verunsichert: sinkende Marktpreise genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint. Wer hier die Wahl zwischen Spotmarkt oder Fixpreis Strom hat, muss die Marktlage verstehen.

Option A: Der flexible Spotmarkt-Tarif (Hourly Cap)

Bei diesem Modell orientiert sich Ihre Vergütung stündlich am aktuellen Kurs der Strombörse. Informationen dazu liefert beispielsweise die Regulierungsbehörde E-Control oder direkt die EPEX Spot. Das klingt verlockend, wenn man Geschichten von extrem hohen Preisen im Winter hört.

Die Vorteile:

  • Chance auf hohe Vergütungen in Zeiten von Stromknappheit (z.B. abends oder im Winter).
  • Transparente Orientierung am Marktgeschehen.

Die Risiken (Das „Mittags-Problem“):

Das große Problem für PV-Besitzer ist die Gleichzeitigkeit. Ihre Anlage produziert am meisten Strom, wenn alle anderen Anlagen in Österreich das auch tun: Mittags im Sommer und am Wochenende. Genau dann stürzt der Börsenpreis oft ab.

Es kommt immer häufiger zu sogenannten negativen Strompreisen. Das bedeutet: In diesen Stunden ist Ihre Energie an der Börse nichts wert – im schlimmsten Fall müssten Sie theoretisch sogar draufzahlen. Ihr Ertrag ist also genau dann gleich Null, wenn Ihre Anlage auf Hochtouren läuft.

Option B: Der Fixpreis in einer Energiegemeinschaft (BEG)

Die Alternative ist der Verkauf in unserer Bürgerenergiegemeinschaft (BEG). Hier vereinbaren Sie einen festen Cent-Betrag pro Kilowattstunde (kWh), der für einen bestimmten Zeitraum gilt.

Die Vorteile:

  • Planungssicherheit: Sie wissen genau, mit welchen Einnahmen Sie am Monatsende rechnen können.
  • Schutz vor Negativpreisen: Egal ob Pfingstmontag oder ein sonniger Sonntagmittag – Sie erhalten Ihren vereinbarten Satz.
  • Kein Monitoring nötig: Sie müssen nicht täglich Börsenkurse checken.

Die Nachteile:

  • Wenn die Preise an der Börse extrem explodieren (wie 2022), partizipieren Sie nicht an den Spitzen nach oben, da Ihr Preis fixiert ist.

Fazit: Spotmarkt oder Fixpreis Strom – was lohnt sich?

Für wen eignet sich was? Die Entscheidung Spotmarkt oder Fixpreis Strom hängt von Ihrer Technik ab.

Der Spotmarkt ist interessant für Technik-Begeisterte mit großen Batteriespeichern, die ihren Strom gezielt dann einspeisen können, wenn die Sonne nicht scheint. Wer seinen Strom „einfach nur laufen lässt“, riskiert hier jedoch Ertragsverluste.

Der Fixpreis (z.B. in unserer BEG) ist die bessere Wahl für alle, die Sicherheit und Ruhe suchen. Wenn Sie eine „Sorglos-Lösung“ wollen, bei der jede produzierte kWh Geld bringt – unabhängig vom Wetterchaos an der Börse – dann ist ein stabiler Abnahmevertrag die klügere Entscheidung.

Zudem unterstützen Sie mit dem Modell der Energiegemeinschaft die regionale Versorgungssicherheit.

Tipp: Achten Sie bei Fixpreis-Angeboten besonders auf die Abnahmegarantie. Stellen Sie sicher, dass der Anbieter auch wirklich 100% Ihrer Menge abnimmt.

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